Devisenbroker

Mit einem Devisen- oder Forexbroker kann man auch als Privatperson am Devisenhandel teilnehmen. Die meisten Devisenbroker bieten heute auch den CFD-Handel an, wo man beispielsweise Indizes wie den deutschen DAX, den Dow Jones, oder Rohstoffe wie Gold, Silber und Öl handeln kann. Vor allem Anfänger sollten hier aber aufpassen: Während man Devisenpaare problemlos auch in kleinen Kontrakgrößen (0.01 Lot) handeln kann, was auch für kleine Konten um die 1000 Euro geeignet ist, haben die CFDs meist viel größere Kontraktspezifikationen. Ein Punkt im DAX ist hier beispielsweise oftmals gleich einen Euro wert, oder ein Punkt im S&P 500 unter Umständen gar 25 Euro. Solche Kontraktgrößen können ein sinnvolles Risikomanagement mit kleinen Konten schnell an seine Grenzen bringen. Der Trader sollte sich daher vorab beim Broker informieren, welche Kontraktwertigkeiten das jeweilige Instrument hat, um im Live-Handel vor unliebsamen Überraschungen geschützt zu sein.

Brokerwahl

Vor der Auswahl des richtigen Brokers sollte man sich folgende Fragen stellen:

  • Welche Instrumente möchte ich überhaupt handeln? Wer echte Aktien, ETFs oder Turbo-Zertifikate handeln möchte, braucht ein richtiges Online-Depot und keinen Devisenbroker. Auch muss er andere finanzielle Voraussetzungen mitbringen, da der Handel von physischen Aktien beispielsweise ohne Hebel erfolgt. Wer sich auf den Devisenhandel spezialisieren möchte, der braucht vor allem einen guten Spread in seinen Währungspaaren. Wer hingegen beispielsweise ausschließlich den DAX traden möchte, sollte sich einen Devisen- und CFD-Broker suchen, der hier ein gutes Angebot macht, z. B. 1 Punkts Spread ohne Kommissionen und Übernachthandel.
  • Wo soll mein Broker registriert sein? Auch die steuerlichen Aspekte können bei der Brokerwahl eine Rolle spielen. Während Broker mit Sitz in Deutschland die Abgeltungssteuer von sich aus an das Finanzamt abführen, muss der Trader mit einem Auslandsbroker seine Gewinne selbständig versteuern. Dafür kann er diese bis zum Jahresende kumuliert reinvestieren und somit höhere Positionen traden.
  • Nachschusspflicht oder nicht? Das Debakel rund um den Schweizer Franken hat zahlreiche Broker aber auch Trader in den Ruin getrieben. Warum? Viele Trader verließen sich auf die Aussagen der SNB, den Mindestkurs zwischen Euro und Schweizer Franken auf 1,20 zu halten. Leider erwies sich dies als Lüge. Als am 15. Januar 2015 der Mindestkurs vom Franken zum Euro aufgehoben wurde, waren viele Trader Long in dem Währungspaar investiert – teilweise mit hohem Hebel. Da lange Zeit kein Kurs gestellt werden konnte, blieben einige Trader auf immensen, teils sechstelligen Verlusten sitzen, selbst wenn sie nur ein kleines Konto getradet hatten. Einige Broker verlangen bis heute den vollen Schadensausgleich von ihren Tradern und treiben diese nun in die Privatinsolvenz. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, sollte sich also einen Broker wählen, der auf die Nachschusspflicht verzichtet und die Verluste seiner Kunden übernimmt. Alle hier vorgestellten Broker bis auf WH Selfinvest tun dies.
  • Wieviel Risikokapital habe ich zur Verfügung? Dass man nur mit Risikokapital traden sollte, dessen Verlust man im Ernstfall problemlos verkraften könnte, sollte sich von selbst verstehen. Trading ist und bleiben ein risikoreiches Geschäft, das sehr viel Potenzial nach oben eröffnet, aber leider auch nach unten. Ein Totalverlust der Einlage sollte also immer als im Bereich des Möglichen erachtet werden. Den geringsten Geldbetrag braucht man für den Devisenhandel. Hier kann man mit Microkontrakten schon mit kleinen Konten ab 1000 Euro ein akzeptables Risiko- und Money Management betreiben. Dann kommt der CFD-Handel, für den man schon mehr Geld mitbringen sollte, sofern der Broker keinen Handel mit Microlots anbietet. Ein Konto zwischen 5000 und 10.000 Euro sollte hier angestrebt werden, um ein einigermaßen akzeptables Risiko- und Money Management zu betreiben. Wer physische Aktien traden möchte, fährt mit weitaus weniger Risiko, da der Handel ungehebelt stattfindet. Ein Konto zwischen 50.000 und 100.000 Euro ist hier eine angenehme Größe. Wer sich gleich an die Königsdisziplin im Traden machen möchte, die Futures, muss ausreichend Risikokapital mitbringen. Hier sprechen wir von einem Bereich zwischen 100.000 und 1.000.000, da ein sinnvolles Money Management mit kleineren Konten schlichtweg nicht möglich ist. Es gilt zu bedenken, dass ein DAX-Kontrakt im Futures-Bereich bereits 25 Euro pro Punkt kostet. Anfänger sollten also sinnvoller Weise mit Forex- und CFDs anfangen, um den Handel richtig zu lernen und sich ein annehmbares Startkapital aufzubauen.
  • Wie ist der Ruf des Brokers? Online-Broker kommen und gehen, nicht selten verschwinden sie über Nacht und nehmen dabei auch noch ihre Kundengelder mit. Ein nicht unwesentlicher Faktor ist daher der Ruf, Bekanntheitsgrad und die Regulierung des Brokers. Ein Broker wie ActivTrades oder WH Selfinvest, Firmen, die bereits seit Jahrzehnten erfolgreich am Markt bestehen und so manche Turbulenzen durchgestanden haben, werden weniger wahrscheinlich von heute auf morgen von der Bildfläche verschwinden. Welchen Ruf ein Broker hat, kann man durch etwas Eigenrecherche im Internet. z. B. auf dieser Seite oder über Forex Peace Army schnell selbst herausfinden.
  • Sicherheit der Einlagen: Wie ist es um die Sicherheit der Einlagen bestimmt? Ordentlich regulierte Broker deponieren die Kundengelder auf sogennanten segregierten Konten, wo sie nicht mit dem Firmenkapital in Berührung kommen. Dies hat für den Trader 2 wesentliche Vorteile: Im Falle einer Broker-Pleite ist die Einlage noch vorhanden und kann ausbezahlt werden. Im Falle einer Bankenpleite springt die staatliche Einlagensicherung ein. Ob ein Broker segregierte Konten pflegt, erkennt man daran wohin man sein Geld überweist – auf eine ganz normale Bank (z. B. Barclays oder Postbank) oder auf ein (dubioses) Firmenkonto des Brokers.

Hat man sich dann für einen Devisenbroker entschieden, sollte man diesen zunächst in aller Ruhe auf einem Demokonto testen, um sich mit den Eigenheiten der Trading-Plattform und auch mit den Positionsgrößen anzufreunden. Schafft man es auf dem Demokonto konstant profitabel zu sein, steht dem ersten Live-Konto nichts mehr im Weg.

 

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